Neupotz Am Altrhein
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Pressebericht zur Turmuhr in Neupotz
 

Die neue (alte) Turmuhr im Kultur- und Freizeithaus

Rubrik Neupotz, am 21.02.2005 von Erich Hoffmann.

Eine Kirchturmuhr hatte in früheren Jahren eine ganz andere Bedeutung als in der heutigen Zeit. Nicht jeder trug seinen so genannten Zeitmesser am Arm oder, wie derzeit üblich, als Handy in der Tasche. Um zu wissen, was die Stunde geschlagen hat, ging der Blick im Dorf oder in der näheren Umgebung zwangsläufig zur Turmuhr. Erleichtert wurde das Wissen um die bestimmte Uhrzeit noch dadurch, dass Glockenschläge die viertel-, halb-, dreiviertel- und vollen Stunden akustisch kundtaten. In Neupotz geschah dies bis zum Jahre 1970 durch ein mechanisches Uhrwerk im Turm der St. Bartholomäuskirche. Täglich musste von einer Person der Weg in luftige Höhen zum Uhrwerk zurückgelegt werden, um die Uhr aufzuziehen, damit im Dorf alles seine Zeit fand. Meistens tat dies ein Verantwortlicher für den Kirchen- oder Sakristeidienst. So mancher frühere Messdiener erinnert sich noch heute gerne daran, dass er gelegentlich auf den interessanten Ausflug mitgenommen wurde. Besagtes Uhrwerk wurde im Jahre 1839 nach Fertigstellung der Kirche installiert. Es war, wie das ganze Gebäude, Eigentum der politischen Gemeinde und wurde mit 1058 Gulden und 36 Kreuzern bezahlt. Erst als im Jahre 1907 Neupotz zur eigenständigen Pfarrei wurde, ging das Gotteshaus und damit auch die Uhr in das Eigentum der Kirche über. Jedoch nicht ohne Einschränkungen. Im „Neupotzer Heimatbuch“ von Alfred Boltz ist darüber folgendes nachzulesen: „Die Turmuhr wird Eigentum der Kirchenstiftung, jedoch unter der Bedingung, daß die Kirchenstiftung diese fortan in brauchbarem Zustand erhält“. Der politischen Gemeinde wurde das Recht eingeräumt, zum Zwecke der Regulierung der Uhr, den Turm zu betreten. Der Anspruch auf einen eigenen Schlüssel, der seit dieser Zeit bestand, wurde 1909 von der Gemeinde wieder aufgegeben und damit war die Kirchenverwaltung allein für die Uhr zuständig. Im besagten Jahr 1970 wurde dem Zeitgeist Rechnung getragen und das mechanische Werk gegen ein elektronisches ausgetauscht. Seit dieser Zeit geschieht das Richten und Betreuen der Uhr bequem von der Sakristei aus. Der beschwerliche tägliche Weg in den Turm gehört der Vergangenheit an. Das alte Uhrwerk fand seinen Platz zunächst für einige Jahre im Kirchenspeicher und später in einem Abstellraum im Kindergarten.

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