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Chorjubilaeum beim Kirchenchor Neupotz
Rubrik Neupotz, am 08.02.2006 von Erich Hoffmann.
Der Kirchenchor „St.Bartholomäus“ Neupotz kann in diesem Jahr auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken. Er bestand schon im Jahre 1801, wurde aber am 22. November 1806 offiziell gegründet. Im Festjahr 2006 soll in verschieden Veranstaltungen dieses Jubiläum gebührend gefeiert werden. Bei einer Vereinstätigkeit, die sich über zwei Jahrhunderte zieht, lohnt sicher ein Blick in die Vergangenheit. Einige Artikel der damaligen Vereinssatzung sagen viel über die Lebensauffassung unserer Vorfahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus. Es heißt darin unter anderem „ Damit in unserem Singchor alles in bester und schönster Ordnung geschehen mag, soll der Schullehrer, welcher die Seele von einem Sängerchor ist, der Führer und das Haupt des ganzen Chores sein“. Der Lehrer sollte aber nicht das Sagen ganz alleine haben und so heißt es weiter: „sollen allezeit die drei Ältesten aus dem Chor als Chor-Räth aufgestellt sein, wenn sie der Schullehrer für tauglich befindet“. Außerdem ist zu lesen: „Desgleichen soll auch keiner in den Chor angenommen werden, der nicht von dem Schullehrer dazu berufen worden und die Fähigkeit eines Chorsingers im Lesen und Singen besitzet“. Dazu ist zu bemerken, dass in dieser Zeit längst nicht alle Bewohner des Dorfes lesen und schreiben konnten. Die allgemeine Schulpflicht wurde erst 1818 eingeführt. Zum Eintritt musste jeder berufene Chorsinger 1 Gulden und 30 Kreuzer bezahlen, was einem Betrag entsprach, den ein Taglöhner damals in zwei Tagen verdiente. Einen geregelten Monatsbeitrag gab es nicht, dafür wurde jeder Sänger ermahnt, „nach seinem Vermögen ein brauchbares Opfer in die Opferbüchse zu legen“. Den Schlüssel dazu hatte der Schullehrer. Eigene Statuten gab es für die Jungfrauen im Verein. Mitglied konnte nur werden, wer sich während seiner Schulzeit durch gute Fortschritte und tadelloses Betragen empfohlen hat und sich eines guten Rufes in religiös-sittlicher Beziehung erfreute. Vor der Aufnahme prüfte der Lehrer die Stimme und der Pfarrer den Lebenswandel der Mädchen. Verboten waren für sie 1. Nachtschwärmerei, 2. Absingen unsittlicher oder zweideutiger Lieder und 3. der Besuch des Wirtshauses. Wer dagegen verstieß wurde vom Singbetrieb ausgeschlossen. Jakob Kirnberger, damals noch einziger Lehrer im Dorf und zuständig für 200 Kinder, war kraft seines Amtes für den Chor verantwortlich. Er war Begründer und jahrzehntelang auch „Haupt und Seele“ des Vereins bis zu seinem Tode im Jahre 1840. Seine Nachfolger waren überwiegend Berufskollegen, so auch der Lehrer Bernhard Simon, der den Chor bis 1883, also auch mehr als 40 Jahre leitete. Ihm folgten wiederum die Lehrer Feth, Schröttle, Seibel, Barz und Loy nach. Während des zweiten Weltkrieges hat Pfarrer Angermaier den Chor geleitet, danach Alfred Boltz, Jakob Friedrich Gehrlein, Karl Schneider, Simon Kurzmeier, Winfried Grünebaum und Armin Seitz. Zahlreiche kirchliche und auch weltliche Verpflichtungen gehören nun schon seit zwei Jahrhunderten zum Jahresprogramm des Kirchenchors „St.Bartholomäus“ Neupotz. Die Sorge um den Sängernachwuchs sind auch hier vorhanden, wobei derzeit auch die Stelle des Dirigenten vakant ist. Hier hofft die Vereinsführung unter der Leitung von Anton Merz bald fündig zu werden, damit das Jubiläumsjahr entsprechend gefeiert werden kann. Zum Auftakt wird am Sonntag, dem 12. Februar ein Pontifikalamt mit Weihbischof Otto Georgens gefeiert. Am Sonntag, dem 26. März findet in der Kirche ein Konzert mit den „Schwarzmeer Don Kosaken“ statt und der Gospelchor Lingenfeld ist am 6. Mai in Neupotz zu Gast. Am Samstag, dem 20. Mai wird der Chortag des Pfarrverbandes Kandel in Neupotz abgehalten. Den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bilden im November ein Festgottesdienst mit dem Diözesanpräses der Kirchenchöre, Pfarrer Markus Magin und ein Kirchenkonzert des Jubelvereins zusammen mit den musischen Vereinen aus Neupotz. (hci)

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