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Die Tradition der Gaststätten in Neupotz
 

Ein geschichtsträchtiger Aufsatz über die lange Tradition des Neupotz Gaststätten und Restaurationsgewerbes.

Rubrik Neupotz, am 17.01.2005 von Erich Hoffmann.

Ein herausragendes Attribut der Gemeinde Neupotz besteht in seiner bekannt guten Gastlichkeit und daran haben naturgemäß die Gaststätten des Dorfes einen großen Anteil. Zur Zeit sind es acht an der Zahl. In jüngster Zeit waren es sogar zehn Gasthäuser, die stets für das leibliche Wohl der Gäste sorgten. „Wirtschaften“, wie sie in früheren Jahren genannt wurden, haben in Neupotz eine lange Tradition. Die Bewohner kamen seit eh und je gerne in Gasthäusern zusammen, um insbesondere beim Wein den Lauf der Dinge oder auch ihre Sorgen zu besprechen. Obwohl sicher nicht viel Geld vorhanden war, ließen es sich vorwiegend die Männer nicht nehmen, diese Tradition zu pflegen. In früheren Zeiten saß man oft schon am Nachmittag im „Weertshaus“ und aß das sogenannte „Vierebrot“, abgeleitet von vier Uhr nachmittags. Die Verpflegung wurde mitgebracht und dazu sei „halb Schöppel“ Wein oder sein Glas Bier getrunken. Wurde gar das „Duwaksgeld“ in der Wirtschaft ausbezahlt, gab es oft bei „Brotwurscht“ oder gar „Biffdeck“ längere Nächte. Die daheimgebliebene Ehefrau wunderte sich dann, dass vom Geld wenig übrig blieb. Die erforderliche Standpauke an den Zecher brachte dann so mancher Frau einen schlechten Ruf in der Männerwelt ein.
 
Ein herausragendes Attribut der Gemeinde Neupotz besteht in seiner bekannt guten Gastlichkeit und daran haben naturgemäß die Gaststätten des Dorfes einen großen Anteil. Zur Zeit sind es acht an der Zahl. In jüngster Zeit waren es sogar zehn Gasthäuser, die stets für das leibliche Wohl der Gäste sorgten. „Wirtschaften“, wie sie in früheren Jahren genannt wurden, haben in Neupotz eine lange Tradition. Die Bewohner kamen seit eh und je gerne in Gasthäusern zusammen, um insbesondere beim Wein den Lauf der Dinge oder auch ihre Sorgen zu besprechen. Obwohl sicher nicht viel Geld vorhanden war, ließen es sich vorwiegend die Männer nicht nehmen, diese Tradition zu pflegen. In früheren Zeiten saß man oft schon am Nachmittag im „Weertshaus“ und aß das sogenannte „Vierebrot“, abgeleitet von vier Uhr nachmittags. Die Verpflegung wurde mitgebracht und dazu sei „halb Schöppel“ Wein oder sein Glas Bier getrunken. Wurde gar das „Duwaksgeld“ in der Wirtschaft ausbezahlt, gab es oft bei „Brotwurscht“ oder gar „Biffdeck“ längere Nächte. Die daheimgebliebene Ehefrau wunderte sich dann, dass vom Geld wenig übrig blieb. Die erforderliche Standpauke an den Zecher brachte dann so mancher Frau einen schlechten Ruf in der Männerwelt ein.
 
Woran kann es nun liegen, dass in Neupotz die Gaststätten eine solche Tradition haben. Es mag zum Einen die Geselligkeit der Neupotzer sein. Vielleicht ist dies aber auch der Erfahrung der Urgroßväter, Großväter und Väter der heutigen Generation zuzuschreiben, deren Geist in den noch bestehenden Häusern weiterlebt. Bereits im Jahre 1752 ist eine Wirtschaft „Zur Sonne“ und ab 1785 eine Wirtschaft „Zum Salmen“ im so genannten „Wirtschaftskataster“ der Gemeinde aus dem Jahre 1883 verzeichnet. Bei den beiden Genannten bestehen im Übrigen heute noch die damaligen Fachwerkhäuser Trapp und Werling in der Ortsmitte. Ab 1768 gab es eine Brauerei und Gastwirtschaft „Zum Löwen“. Es war das Gebäude der späteren Schmiede von Hugo Bellaire. Die Wirtschaft „Zum Stern“ gab es ab 1790 in der Rheinzabernerstraße und der „Grüne Baum“ in der Schulstraße bestand ab 1862.
 
Das offensichtlich älteste, heute noch bestehende Gasthaus ist das „Zum Schwanen“. Es wird im Jahre 1823 in den Schulhausakten genannt, weil es offensichtlich in unmittelbarer Nähe des Schulhauses stand. Hubert Wünschel, „de Schwaneweert-Hubert“, wie er in Neupotz genannt wird, bietet besonders Fischspezialitäten an und setzt damit die Tradition seines Vaters und seines Großvaters fort.
 
Eine ähnliche Tradition hat das Gasthaus „Zur Pfalz“, das heute von Hans und Petra Müller auch als Pension betrieben wird. Es besteht seit 1851. Die jetzige Pfalzwirtin trat damit in die Fußstapfen ihrer Großtanten Rosa und Maria und deren Vater Pius Schloß, der das Haus 1919 erwarb. Er wiederum hatte es aus der Familie seiner Frau gekauft.
 
In der „Eisenbahn“ lassen sich gleich fünf Generationen als Eigentümer zurückverfolgen. Das Gasthaus mit Metzgerei hat ab 1849 schon Bestand. Salomon Hammer übergab es 1883 an seinen Schwiegersohn, den Metzger und Wirt Roman Heid. Der vererbte es 1925 an seinen Sohn Roman August Heid. Dessen Sohn Roman Albert Heid führte das Anwesen ab 1961 und heute noch sind seine Nachkommen die Wirtsleute in der „Eisenbahn“. Der originelle Name soll übrigens auf Wunsch von Streckenarbeitern aus Neupotz entstanden sein, die im Jahre 1849 mit dem Bau der Bahnstrecke Karlsruhe-Bruchsal beschäftigt waren und auf dem Heimweg regelmäßig im neu gegründeten Gasthaus Rast machten.
 
Auf dem Grundstück des heutigen Gasthauses „Zum Karpfen“ wurde 1774 die „Bauernschenke“ errichtet. Der „Karpfen“ besteht seit 1881. Er wurde 1898 vom Metzgermeister Ludwig Gehrlein erworben. Der vorherige Eigentümer Jakob Gehrlein hat das Haus verkauft, weil er nach Amerika auswanderte. Ludwig Gehrlein´s Sohn Karl Ferdinand war ab 1936 der Besitzer. Nachdem er im Krieg gefallen war, übernahm 1949 seine Ehefrau Magdalena, die „Karpfeweert-Lensche“ das Haus und seit 1979 ist ihr Sohn Günther der allseits bekannte „Karpfe-Weert“, der neben seinen Metzgereiprodukten auch Fisch- und Wildspezialitäten anbietet.
 
Das Gasthaus „Zum Lamm“ wird seit 1874 als Gewebebetrieb geführt. Auch hier ist die Familietradition schon in der vierten Generation. 1919 war es Franz Theodor Kreger, ab 1934 sein Sohn Pius, dann dessen Sohn Franz und ab 1994 hat der Sternekoch Manfred Kreger das Haus zu einem weit über die Grenzen von Neupotz hinaus bekannten Gourmet-Tempel werden lassen und inzwischen schon einige Auszeichnungen eingeheimst.

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